Kurzfassung des Vortrages von Prof. Auner
Ein Land wie Deutschland braucht nicht nur Wärme für die Menschen, sondern auch Treibstoff für die Autos, Strom für die Industrie und Dünger für die Landwirtschaft.
Alle vier Energiearten werden aus Kohle, Erdöl, Erdgas oder Kernkraft gewonnen. Die ersten drei natürlichen Vorkommen haben wir nicht, bzw. nicht mehr ausreichend für unsere Enkel, die letztere zerstören wir uns selbst, ohne bisherige Aussicht auf eine Alternative. Die Verarbeitung der eben erwähnten Ressourcen ist zudem noch stark umweltbelastend und , wenn auch beherrschbar, aber strahlengefährdet. Ferner liegen die ausreichenden alternativen Energiequellen, wie Sonne und Wind, weit von unserem Verbrauchsstandort entfernt. Strom per Sonnenenergie in Afrika zu erzeugen und per Hochspannungsleitung zu uns zu leiten, scheitert an den hohen Streckenverlusten. Supraleitung ist auch keine Lösung.
Den Ausweg schildert der Vortragende:
Wir brauchen bei uns zukunftssicher Wärme, Strom und Treibstoff. Strom und Wärme lassen sich aber nicht wirtschaftlich speichern, damit also auch nicht transportieren.
In Afrika gibt es Sand und Sonnenenergie im Überfluss. Sand ist Siliziumdioxyd, also SiO².
Lässt man in einer speziellen Apparatur Sonnenenergie auf diesen Sand einwirken, so erhält man als Spaltprodukt Si ( Silizium ) und O² (Sauerstoff). Der Sauerstoff entweicht in die Luft und verbessert unser Klima. Das bläulich schimmernde Metall Silizium, welches nun die Sonnenenergie in sich gespeichert hat, kann man jetzt per LKW, Eisenbahn, Schiff oder Flugzeug nach Deutschland transportieren. Da Silizium, und dort liegt die Entdeckung von Prof. Auner, mit Stickstoff ( chem. N ) verbrennt, im Gegensatz zu allen anderen Stoffen, die nur mit Sauerstoff verbrennen, kann man in einer geeigneten Apparatur das Si verbrennen. Verbrennung ist ein exothermer Vorgang, d.h. es wird Wärme frei. Die Saharasonne haben wir nun also fast verlustfrei zu uns gebracht. Aus Wärme lässt sich ganz konventionell Strom erzeugen. Nun fehlt uns noch der Dünger. Auch da bietet der findige Prof. eine excellente Lösung. Bei der Verbrennung von Silizium mit Stickstoff ist neben der Wärme noch ein Abfallprodukt entstanden, nämlich Keramik ( Si3N4 ). Diese Keramik ist sehr wertvoll und industriell hoch geschätzt. In einer weiteren Apparatur kann man die Keramik sehr kostengünstig in Ammoniak( NH² ) überführen, der als Düngemittel unsere Landwirtschaft am Leben hält und der dritten Welt neue Überlebenschancen gewährt. Als Abfallprodukt entsteht noch SiO², also wieder Sand, der allerdings jetzt, in geringerer Menge, bei uns ist und nicht in Afrika. Nun fehlt uns noch der Treibstoff.
Der Ammoniak ( NH² ) enthält den Wasserstoff H. In einer weiteren Apparatur gewinnt man nun aus Ammoniak Wasserstoff, der, wie wir wissen, brennbar ist.
Über die von der Autoindustrie bereits entwickelte Brennstoffzelle eignet sich der Wasserstoff bestens als Benzinersatz. Damit haben wir unsere vier eingangs geforderten Energieträger bei uns. Ein Kreislauf, frei von schädigendem CO² unter Nutzung einer fast nicht endlichen Energiequelle "Sonne" wurde geschaffen. Allerdings gibt es einen Haken: Die Sonne strahlt nur noch 1,5 Milliarden Jahre, dann ist auch ihre Energie verbraucht. J. Eine geniale Professoren Theorie und Forschung, die in Pilotprojekten auch tatsächlich schon läuft, wurde uns an diesem Abend geboten.